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Trendelburg

Trendelburg, um 1605, von Dillich


Seit der Steinzeit gibt es Spuren von Menschen im Trendelburger Gebiet. Funde wie Steinäxte, Pfeilspitzen und Schaber aus der Jungsteinzeit belegen dies. In vorchristlicher Zeit lebte hier der sächsische Stamm der Engern. Ein Eroberungsfeldzug Karls des Großen brachte den Reinhardswald in fränkischen Machtbereich, den eingesetzte Lehensmänner verwalteten. Trendelburg gehörte zur Warburger Grafschaft. Durch Schenkung gelangte dieser Besitz an das Paderborner Bistum. Hier trafen Interessen vom Norden und Süden (Bistum Mainz) aufeinander. Die örtliche Grafschaft des Konrad von Schöneberg, der sich beiden gegenüber zu behaupten sucht, wurde dazwischen zerrieben. Der hessische Landgraf war ab 1429 Nutznießer dieser Rivalität.
Diese 1605 im Auftrag des hessischen Landrafen entstandene Zeichnung von Dillich für die Hessische Chronica ist die älteste Darstellung Trendelburgs. Im Vordergrund ist die heute noch erhaltene landgräfliche Mühle mit der Wasserkunst, die den Stadtberg mit Wasser versorgte, zu sehen. Rechts die Diemelbrücke, noch als Holzkonstruktion. Hinter der Brücke sind die Domänengebäude angedeutet und eine Wegwarte befindet sich auf einem Hügel im Hintergrund. Auf dem Steinweg gelangte man zum Stadttor. Die dichtgedrängten Häuser der Altstadt innerhalb der Stadtmauer gruppieren sich um den markanten Kirchturm. Die Burg ist bis auf einige Turmspitzen unverändert erhalten. Eine zweite nicht mehr bestehende Mauer liegt innerhalb der Befestigung. Deutlich erkennbar ist der Rettungssteg, der vom Palas in den Bergfried führt. Im Vordergrund eine Darstellung des Trendelburger Wappens mit Maria als Schutzpatronin der Stadt und dem Jesuskind. Maria gab der Stadtkirche den Namen: Marienkirche.
Aus dem später wüst gefallenen frühmittelalterlichen Dorf Trende, dessen Kirchturm als Siechenkirche erhalten ist, zogen die Bewohner in die befestigte Stadt Trendelburg. Auch die Dörfer Sulten und Exen wurden zu dieser Zeit verlassen und fielen wüst.

  • 0900 - Erstmalige urkundliche Erwähnung des Stadtteiles Gottsbüren als "Buria"
  • 1000 - Stadtteil Stammen wird in Corveyer Urkunden genannt.
  • 1021 - Erstmalige urkundliche Erwähnung des Stadtteiles Deisel
  • 1047 - Urkundliche Erwähnung des Stadtteiles Eberschütz als "Everschutte"
  • 1051 - Erste urkundliche Erwähnung des Stadtteiles Sielen als "Silihem"
  • 1168 - Helmarshäuser Mönche roden das Tal, an dessen oberen Ende der Stadtteil Langenthal liegt.
  • 18. Mai 1303 – Trendelburg wird im Zusammenhang mit Lehensverpflichtungen des Grafen von Schöneberg urkundlich erstmals erwähnt. Hier befinden sich ein Amts- und Gerichtssitz, am Fluss ist eine Zollstation. Es kreuzen hier zwei Handelswege in Nord - Süd als auch West - Ost Richtung. Die Stadtplanung findet nach staufischem Vorbild statt, der klar strukturierte Straßenverlauf ist bis heute erhalten geblieben.
  • ab 1329 - Wallfahrten vom Kloster Lippoldsberg nach Gottsbüren
  • 1355 - Erstmalige Erwähnung des Ortes als "Gottsbüren"
  • 15. Jh. - Sielen wird hessischer Besitz und gehört als Dorf zum Amt Trendelburg.
  • 1443 – Großbrände zerstören Burg und Stadt. 1443 – 1462. Aufbau in der heute noch erhaltenen Form.
  • 1455 - Deisel gehört zum Amt Trendelburg
  • 1455 - Eberschütz kommt an Hessen und ist bis 1821 Amtsdorf des Amtes Trendelburg.
  • 1462 - Erste Stadtverfassung mit Bürgermeister und Rat
  • 1462 - Gottsbüren kommt zu Hessen, wird dem Amt Sababurg zugeteilt.
  • 6. Jan. 1472 - Landgraf Ludwig II. beurkundet Stadtrechte für Trendelburg
  • 1517 - Beginn der Reformation. Trendelburg wird mit dem hessischen Landgrafen protestantisch. Die Fresken in der Stadtkirche werden mit weisser Farbe übertüncht.
  • 1540 - Langenthal kommt zu Hessen
  • 1556 - Bau der Kirche in Langenthal
  • 1618 bis 1648 - 30-jähriger Krieg: 1631 werden Stadt und Burg niedergebrannt. Von 112 Häusern werden 51 zerstört. Die Hälfte der Einwohner stirbt bei Kampfhandlungen und an Pest-Epidemien.
  • 1676 - Umbau der Burg zum Jagdschloss des Landgrafen Carl von Hessen
  • 1703 – Das Rittergut Abgunst entsteht. Landgraf Carl v. Hessen überträgt die Burggerechtigkeit auf die Familie v. Stockhausen, die seit 1318 in Trendelburg und Wülmersen lebt. Sie waren Ritter, Amtmänner und Burgherren.
  • 1713 bis 1730 – Der Landgraf-Carl-Kanal von Bad Karlshafen bis Hümme mit einer Schleuse in Trendelburg bleibt unvollendet.
  • 1756 bis 1763 - Siebenjähriger Krieg. Besetzung von Burg und Stadt durch französische Truppen. Beschuss und Einnahme durch die Alliierten aus Braunschweig und England.
  • 23.03.1776 - Der Hessische Landgraf Friedrich II bietet einigen ansiedlungswilligen Familien aus Limburg brach liegendes Land in der Gemarkung Trendelburg an. 1776 wird durch die Ansiedlung der Limburger eine neue Siedlung gegründet, die - nach dem Hess. Landgrafen - Friedrichsfeld genannt wurde.
  • 1845 - Baubeginn der ersten Eisenbahnlinie, der Carlsbahn. 1848 Eröffnung als Bahnverbindung zum einzigen Flusshafen des Kurfürstentums Hessen - Kassel in Karlshafen.
  • 1849 - Allgemeine Auswanderungswelle nach Nordamerika.
  • 1858 - Die Brüder Knochenhauer erwerben die Trendelburger Untermühle und 1864 die Obermühle
  • 31. Jan. 1868 - Großbrand, der einen Stadtteil vernichtet.
  • 1890 - Vier spätmittelalterliche Wandgemälde werden bei Arbeiten in der Kirche entdeckt.
  • Bis 1900 – ist im Burggebäude ein Forstamt.
  • 1901 - Hans Adalbert v. Stockhausen, kaiserlicher Offizier, erhält die Burg und richtet die nahezu leerstehende aber gut erhaltene Burg als mittelalterliches Wohnschloß ein.
  • 1949 Umnutzung zum Hotel mit Restaurant durch seinen Sohn, der gravierende Umbauten vornimmt. Geschäftsführer von "Gast im Schloß".
  • 1996 - Verkauf der Burg und Weiternutzung als Burghotel. Mitglied in der Deutschen Märchenstraße mit dem Märchen Rapunzel.
  • 1965 – Hochwasser im gesamten Diemelgebiet, das große Schäden nach sich zieht.
  • 1969 - Trendelburg wird Luftkurort. Schwerpunkt im Tourismus.
  • 1970 - Zusammenschluss zur Großgemeinde Trendelburg. Trendelburg ist Verwaltungssitz und gehört zum Landkreis Kassel, früher zum Kreis Hofgeismar.
  • 1. Mai 1991 - Städtepartnerschaft mit Louvigné-Du-Desert (Frankreich, Bretagne).
  • 11. Mai 1991 - Städtefreundschaft mit Allstedt (Sachsen-Anhalt).
  • Ab 1996 - Freundschaftliche Kontakte zur Pocklington, Yorkshire, Großbritannien, werden aufgebaut.
  • 2001 – Jüdisches Ritualbad wird in der Altstadt entdeckt und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
  • 2006 – Umbau der landgräflichen Mühle zu einem Museum.


Trendelburg, heute

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